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16.07.2018  10:36 Uhr

Intelligente Welt
Weitblick für autonome Autos: Straßenzustands-Service von Bosch

Gerlingen-Schillerhöhe. Bosch hat einen cloudbasierten Straßenzustands-Service für hochautomatisiert fahrende Autos entwickelt. Mit Hilfe von Fahrzeug-Sensoren, strategischen Partnerschaften und Daten der Straßen-Sensorik, kann der Zustand einer Straße rechtzeitig vorausgesagt werden.


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© via YouTube von Intelligente Welt  |  Dauer: Sek.

Starker Schneefall, Glatteis, Aquaplaning – wenn man unter solchen Wetterbedingungen mit dem Auto unterwegs ist, sollte man unbedingt sein Fahrverhalten anpassen, um Unfälle zu vermeiden. Denn bei unterschiedlichen Fahrbahnoberflächen von trocken bis nass oder glatt ändert sich die Griffigkeit der Straße – in der Fachsprache: der Straßenreibwert. Und der beeinflusst den Bremsweg und die Bodenhaftung.

Doch wie können in Zukunft hochautomatisierte Autos auf solche Situationen reagieren? Dazu müssen sie zunächst möglichst frühzeitig wissen, auf welche Straßenbedingungen sie sich einrichten sollen. Der Zulieferer Bosch hat deshalb einen cloudbasierten Straßenzustands-Service für autonom fahrende Autos entwickelt.

Ein wichtiger Faktor dabei sind die Sensoren des Elektronischen Stabilitätsprogramms ESP. Sie liefern dem System Daten zur Fahrbahnbeschaffenheit. Doch das ist noch nicht alles – das System nutzt auch noch weitere Datenquellen.

Dazu nutzt Bosch zum Beispiel strategische Partnerschaften mit den Anbietern von Wetter-Informationsdiensten. Oder auch öffentliche Quellen auf der Basis von Straßen-Sensorik. So kann der Straßenzustands-Service zum Beispiel Fahrzeug und Fahrer rechtzeitig warnen, wenn ein Glättegebiet voraus liegt. Dann kann das automatisierte Fahrzeug den Fahrer auffordern, demnächst wieder die Lenkaufgabe zu übernehmen.

Und solche Informationen werden dann wiederum in die Cloud transferiert, dort mit verschiedenen Datenquellen abgeglichen und dann wieder an die dahinterfahrenden Fahrzeuge weitergegeben.
Ebenso kann die Cloud das Fahrzeug informieren, wenn Nässe voraus liegt, und es dann auffordern, seine Geschwindigkeit zu reduzieren. Ähnliches gilt bei Staus – das Fahrzeug weiß schon wesentlich früher als es seine Sensor-Reichweite von etwa 200 Metern erlauben würde, worauf sich sein Fahrprogramm einstellen muss.

Doch das Bosch-System bietet seinen Nutzen nicht nur bei schlechtem Wetter. Im Gegenzug kann es etwa bei guten Straßenverhältnissen den automatisierten Fahrzeugen grünes Licht geben, ihre Geschwindigkeit zu erhöhen und langsamere Fahrzeuge sicher zu überholen.

Eine wesentliche Voraussetzung für solche Systeme sind schnelle Netze. Deshalb verbindet Bosch hier auch große Erwartungen mit dem künftigen 5G-Netz. Anwendungen wie der Bosch-Straßenzustands-Service profitieren dann sowohl von der höheren Gesamtkapazität künftiger Mobilfunknetze als auch von den geringeren Latenzzeiten bei 5G. Letztere ermöglichen, die wichtigen Informationen ohne Zeitverzug in die Fahrzeuge zu bringen. Und wenn die Informationsübertragung ohne größere Verzögerungen erfolgt, können auch lokale Informationen präziser ausgelegt werden – beispielsweise der genaue Start einer Wetterfront.

Dank dieser innovativen Techniken können die Passagiere oder Fahrer in Zukunft auch kritischen Wetterverhältnissen deutlich entspannter entgegensehen.


 

(Redaktion)

  • Tags:
  • Fahrzeug
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  • ESP
  • 5G-Netz

 

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